Voraushelfer

Vorbemerkung:

Zur Optimierung der Notfallversorgung stehen mancherorts Einsatzkräfte zur Verfügung, die durch besondere räumliche Nähe zum Einsatzort in der Lage sind, bereits vor Eintreffen des „regulären“ Rettungsdienstes Erstmaßnahmen am Notfallpatienten durchzuführen. Diese Einsatzkräfte sind meist ehrenamtliche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD) einschließlich der Feuerwehr und leisten diese Erstmaßnahmen im Rahmen der satzungsgemäßen Aufgaben ihrer Organisation.

 

Für derartige Systeme waren und sind bisher die Bezeichnungen „Helfer vor Ort“, „First Responder“ oder „Voraus-Retter“ geläufig. Im Main-Kinzig-Kreis verwendet man die zusammenfassende Bezeichnung „VorausHelfer“ in Anlehnung an die Empfehlung des Hessischen Sozialministeriums. Durch den Einsatz von VorausHelfern besteht die Möglichkeit, das therapiefreie Intervall zu verkürzen; hiervon profitieren in erster Linie Patienten mit akutem Kreislaufstillstand, bei denen noch keine Reanimationsmaßnahmen durchgeführt werden.

 

Voraussetzung für das zeitgerechte Wirken dieser ehrenamtlichen Kräfte ist die frühzeitige Alarmierung durch die Zentrale Leitstelle, in der entsprechende Dispositionskriterien vorliegen müssen. Diese Kriterien werden in diesen Leistungs- und Alarmierungsrichtlinien festgelegt. Sie basieren auf dem mutmaßlichen Interesse des Notfallpatienten an möglichst frühzeitig einsetzenden Basismaßnahmen ebenso wie an seinem Interesse an der Wahrung seiner Intimsphäre.

 

Derzeitiger Stand:

Anfang 2000 wurde in Bad Soden-Salmünster durch die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) eine VorausHelfer-Gruppe gebildet, der sich unsere DLRG Ortsgruppe zunächst mit einem Helfer anschloss. Inzwischen stellen wir eine eigenständige Gruppe, welche im Einsatz Hand in Hand mit weiteren Hilfsorganisationen wie dem DRK und der Feuerwehr und deren Voraushelfern zusammen arbeitet.

 

VorausHelfer sind ausgebildete Erst- und Sanitätshelfer, die vor Ort bei Notfallpatienten qualifizierte Hilfe bis zum eintreffen des Rettungsdienstes leisten. Bei der DLRG Bad Soden-Salmünster handelt es sich hierbei um ehrenamtliche Helfer, die mindestens die Ausbildung „San.-A“ absolviert haben. Bei uns haben die VorausHelfer zusätzlich den Lehrgang „San.-B“ durchlaufen und verfügen über praktische Erfahrungen im Rettungsdienst.

 

Die VorausHelfer sollen das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wie Beatmung und Herz-Lungen-Wiederbelebung, möglichst kurz halten. Mit Eintreffen des Rettungsdienstes agieren die Voraushelfer meist unterstützend bei der Patientenversorgung und dem Transport zum Rettungsmittel. (Rettungswagen / Rettungshubschrauber)

 

Die Alarmierung erfolgt parallel zum öffentlichen Rettungsdienst, wenn sich für den Einsatzbearbeiter der „Leitstelle Main-Kinzig“ in Gelnhausen aus der Notfallmeldung ergeben hat, dass der Patient:

  • nicht ansprechbar ist (also bewusstlos),
  • nicht mehr atmet,
  • und sich kein qualifiziertes Personal an der Notfallstelle befindet.
  • Ebenfalls kann es bei anderen medizinischen Notfalleinsätzen zu Alarmierungen kommen, wenn der Rettungsdienst eine weitere Anfahrt hat.


Einsatzablauf:

Der Einsatzbearbeiter der Zentralen Leitstelle alarmiert nach Notrufeingang die Einsatzkräfte per Funkmeldeempfänger und Alarm-SMS. Innerhalb kürzester Zeit treffen die ehrenamtlichen Mitglieder der VorausHelfer-Gruppe mit ihrer persönlichen Notfallausrüstung am Ort des Notfallgeschehens ein.

 

Am Einsatzort sichert der VorausHelfer die Atmung und stellt einen Primärkreislauf sicher. Je nach Ausstattung der mitgeführten Ausrüstung und fachlichen Eignung übernimmt er bei Bedarf auch erweiterte Maßnahmen wie Intubation und Venenpunktion. Er weist die nachfolgenden Einsatzkräfte ein und unterstützt den Rettungsdienst, welcher die Patientenversorgung anschließend übernimmt. Die bisherigen Alarmierungen sind einzusehen unter „Einsätze“.

 

Qualifikation:

Für diesen Aufgabenbereich stehen der Ortsgruppe ein Notfallsanitäter, sowie mehrer Sanitäter (San-B) zur Verfügung.

Ausrüstung:

Die Mindestausstattung gemäß Vorgaben des Main-Kinzig-Kreises für Voraus-Helfer ist:

 

  • Funkmeldeempfänger zur Alarmierung
  • Einmalhandschuhe
  • Beatmungsfolie oder Beatmungsbeutel mit Masken
  • Absaugpumpe
  • Kleiderschere
  • Dokumentationsbögen


Dieses Material hat jeder Helfer in einer separaten Notfalltasche/Notfallkoffer bei sich zu Hause oder im PKW liegen. Je nach Qualifikation des VorausHelfers ist die Ausrüstung entsprechend erweitert.


Für erweiterte Maßnahmen stehen Materialien zur Venenpunktion mit kristalloider Infusionslösung, Intubationsmaterial und medizinischem Sauerstoff auf dem VGW und GW-T zur Verfügung.